Wir haben eine Meinung.

Befremdlich. Das ist es, was wir im besten Fall fühlen, verfolgen wir einmal mehr die unsägliche Debatte um Ruhe am Heroséufer.

Eigentlich hofften wir, dass mit dem Urteil gegen das Glasflaschenverbot 2012 die ganze Diskussion zumindest weniger hysterisch geführt wird. Schon damals organisierte sich, quer durch alle Bevölkerungsgruppen, ein breiter Widerstand, der sich letztlich erfolgreich gegen einen Generalverdacht wehren konnte. Allerdings war auch schon damals klar, dass das Verbot nur ein vorgeschobenes Argument war. Die eigentlichen Ziele? Ein klinisch sauberes und vor allem ruhiges Ufer für die zahlenden Bürger dieser Stadt, die sich von den zunehmend lauten, spaßhabenden Jugendlichen (die dazu weder wählen gehen, noch Steuern zahlen) gestört fühlten.

Nun dürfen wir unserer Lieblingszeitung (..) also entnehmen, dass am 20. Februar im Gemeinderat darüber entschieden werden soll, ob ein privater Sicherheitsdienst engagiert wird.  Und auch „Veränderungen an den Bepflanzungen, um einzelne Plätze an der Bischofsvilla für den Aufenthalt uninteressanter zu machen“ sind für Teile des Gremiums anscheinend erstrebenswert. Von den Überwachungsdiskussionen angestachelt, möchte sich auch Andreas Ellegast (CDU) ins rechte Licht setzen, und plädiert für eine Kameraüberwachung.
Wir gratulieren.

2012 war genau diese gezeigte Mentalität eine der ausschlaggebenden Gründe für den Beginn von Wasser & Vergnügen.
Wir möchten nicht in einer Stadt wohnen, in der einseitig auf die Interessen einer bestimmten Lobby geachtet wird. Wir möchten nicht in einer Stadt leben, in der das Seeufer für bestimmte Gruppierungen reserviert zu sein scheint. Wir möchten nicht in eine Stadt investieren, wo wir uns für Kreativität und einem offenen Lebensgefühl rechtfertigen müssen. Und außerdem möchten wir nicht in einer Stadt leben, wo tatsächlich darüber diskutiert wird, öffentliche Plätze bewusst hässlich zu gestalten, damit sich dort keine Menschen mehr aufhalten.

Bitte liebe Stadtoberen. Fragt euch, ob ihr neben überhöhten Mieten, frühen Sperrstunden und den sowieso nörgelnden Rentnern auch noch den öffentlichen Raum überreglementieren wollt und uns jungen Menschen ein Gefühl gebt, in dieser, unserer Stadt, eigentlich nicht so wirklich willkommen zu sein.

Herzlichst,
Das Team von Wasser & Vergnügen

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